IG Biketrails Winterthur × Jagdgesellschaft Winterthur
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Sie wohnen hier.
Störung sieht man nicht. Das Reh ist längst weg, bevor du es bemerkst — und genau deshalb glauben die meisten von uns, sie hätten nichts angerichtet. Diese Seite erklärt, was tatsächlich passiert, und was es braucht, damit alle weiter im Wald unterwegs sein können.
Vier Regeln. Mehr braucht es nicht.
Sie gelten für alle, die im Wald unterwegs sind — bikend, laufend, wandernd, mit Hund.
Auf den Wegen bleiben
Jede neue Linie zerschneidet einen Rückzugsraum — auch wenn danach nur selten jemand fährt.
Hund an die Leine
Er muss nichts erwischen. Die Hetzjagd allein reicht.
Dämmerung dem Wild lassen
Morgens und abends fressen Wildtiere. Verschieb die Runde um eine Stunde.
Wildruhezonen respektieren
Sie sind kein Vorschlag. Sie sind der Rest, der übrig bleibt.
Hintergrund
Warum das zählt
Dämmerung ist ihre Zeit
Wildtiere sind in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Dann äsen sie, dann bewegen sie sich, dann bringen sie ihre Jungen durch. Genau in diese Fenster ist die Freizeitnutzung in den letzten Jahren hineingewachsen: Feierabendrunde mit Stirnlampe, Trainingslauf vor der Arbeit, Ausfahrt im letzten Licht. Wer seine Runde um eine Stunde verschiebt, ändert für sich fast nichts — und für das Wild alles.
Ein Hund muss nichts erwischen
Der Satz «er will nur spielen» stimmt fast immer. Er ist trotzdem kein Argument. Eine einzige Hetzjagd kann ein Rehkitz das Leben kosten, auch wenn der Hund es nie berührt — durch Erschöpfung, durch Trennung von der Mutter, durch die Flucht ins Offene. Die Leine kostet dich nichts.
Neue Linien bleiben
Ein Trampelpfad abseits des Weges verschwindet nicht wieder. Er zerlegt eine zusammenhängende Fläche in kleinere Stücke, und ab einem gewissen Punkt bleibt kein Bereich mehr übrig, der weit genug von allem entfernt ist. Für offizielle, gut gebaute Trails setzen wir uns ein. Für wilde Linien nicht.
Im Winter zählt jede Flucht
Wildtiere fahren im Winter ihren Stoffwechsel herunter und leben von Reserven. Jede Flucht verbrennt Energie, die nicht nachgeliefert wird — das Futter ist knapp, und der Frühling ist weit. Was im Sommer eine Störung ist, ist im Winter eine Rechnung.
Orientierung
Wo Wildruhezonen sind
Wildruhezonen und Wildtierschutzgebiete sind kartiert und öffentlich einsehbar. Ein Blick vor der Tour dauert eine halbe Minute.
Die Kampagne
Zehn Poster, ein Anliegen
Die Sujets zeigen Menschen in Situationen, die für sie absurd wirken — und für Wildtiere Alltag sind. Ein Biker, der an einer Salzlecke leckt. Ein Reh, das um fünf Uhr morgens im Schlafzimmer Dehnübungen macht. Ein Wildschwein, das nachts das Quartier beschallt.
Der Witz ist Absicht. Verbotstafeln lesen wir alle nicht mehr. Eine Szene, über die man kurz schmunzelt, macht den Perspektivwechsel in einer Sekunde — und die Faktenzeile darunter bleibt hängen.
Dass diese Kampagne von der IG Biketrails und dem Jagdverein Winterthur gemeinsam kommt, ist kein Zufall. Wir sind in denselben Wäldern unterwegs und haben uns jahrelang eher gestritten als geredet. Die Poster sind das Ergebnis davon, dass wir es anders herum versucht haben.
Alle zehn Sujets
Klick auf ein Poster öffnet die druckfertige A4-Version als PDF.
Poster aufhängen? Gerne.
Bikeshops, Vereinslokale, Hundeschulen, Trailheads: Wer eine Fläche hat, bekommt Poster. Meld dich, wir bringen sie vorbei.
Eine Kampagne von
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